
An manchen Kreuzungen droht Gefahr für Fußgänger, Rad- und Autofahrer. Über Verkehrsprobleme im Westen berichtet Bernhard Wagner
Viele Anwohner leben in verkehrsberuhigten Zonen. Spiel- und Fahrradstraßen oder Tempo-30-Zonen bieten mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer und weniger Lärm. Dennoch gibt es auch im Westen noch Probleme mit zu schnellen Fahrern. Rund um Wittekind- und Siegfriedstraße griffen Bürger bereits zur Selbsthilfe und malten Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den Asphalt. Hier gilt zwar Tempo 30, aber in der engen Wittekindstraße ist das immer noch zu schnell. An West- und Schloßhofstraße beobachten Anwohner, dass die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer deutlich überschritten werden. Zeugen von gefährlichen Situationen werden Passanten immer wieder in der engen und belebten Arndtstraße, wo noch 50 km/h erlaubt sind. Wenn die Busse der Linie 25 vom Gegenverkehr eingekeilt werden, geht hier oft gar nichts mehr.
Tempo 50 auf der Arndtstraße
Unfallschwerpunkte mit fünf oder mehr Unfällen im Jahr hat die Polizei im Viertel nur an der Weststraße erfasst, jeweils an den Kreuzungen Stapenhorststraße und Jöllenbecker Straße. Dass es weitere gefährliche Ecken gibt, ist auch Hans-Peter Palzer bekannt. Der Bezirksbeamte der Bielefelder Polizei ist als Ansprechpartner der Bürger viel im Westen unterwegs. »Tempo 50 auf der Arndtstraße ist subjektiv zu schnell«, sagt Palzer. Die Fahrbahn sei schmal und durch parkende Autos eingegrenzt. Es gäbe viele querende Fußgänger und vor allem sei die Straße empfohlener Schulweg für Kinder aus der Stapenhorstschule. Anlieger an der Kreuzung zur Weststraße hören oft mehrfach in der Woche die Bremsen quietschen. Der Bereich ist unübersichtlich und vor allem für Radfahrer ein ständiges Ärgernis. Ihr Vorfahrtsrecht auf der Arndtstraße wird fast täglich missachtet und zwingt sie zu lebensgefährlichen Ausweichmanövern. Hier und vor der Lorbeer-Apotheke kommt es immer wieder zu Unfällen.
Ausweichstrecke für Pendler
Die Missstände sind von Anwohnern auch an Hans-Peter Palzer herangetragen worden. Die Polizei führt darum an West- und Schloßhofstraße zwei- bis dreimal im Jahr Geschwindigkeitskontrollen durch. Allerdings machen die schmalen Straßen den Beamten die Arbeit nicht leicht. »Wir sind hier auf Kontrollen mit Lasergeräten angewiesen, die keine Nummernschilder erfassen«, erklärt der Bezirksbeamte, »und da ist wenig Platz, um Verkehrsteilnehmer rauszuwinken.« Palzer hat auch Verkehrsbeobachtungen durchgeführt und die Ursache für hohes Verkehrsaufkommen und zu schnelles Fahren ausgemacht: »Schloßhofstraße, Weststraße und Arndtstraße sind Ausweichstrecken für Pendler, um die vielen Ampeln an der Jöllenbecker Straße zu umgehen«.
Über straßenbauliche Veränderungen oder die weitere Einrichtung von Tempo-30-Zonen entscheidet jedoch nicht die Polizei. Sie kann nur Empfehlungen abgeben. Gefragt sind letztlich Bezirksvertretung und Stadtrat.