Schwimmen im Westen? Wer die Badehose einpackt, entdeckt rundherum schöne Bäder. Ein Einblick von Manfred Horn
Der
Bielefelder Westen hat viel, nur kein kollektiv nutzbares Wasserloch. Deswegen
heißt es die nähere Umgebung erkunden. Das Wiesenbad zählt da nicht wirklich,
viel Wasser, wenig Wirkung: Die eigentliche Schwimmfläche ist klein. In
Brackwede-Quelle, Dornberg, Schröttinghausen und Gadderbaum hingegen liegen
Bäder mit eigenem Charme. Seit Jahren kämpfen auch diese Bäder um ihre
Existenz, Dass der Sennesee nicht realisiert wird, dürfte den Bädern ein
bisschen Luft verschaffen, hätte ein riesiger Freizeitsee mit kostenlosem
Badevergnügen doch etliche Besucher abgezogen.
Das Freibad Dornberg wurde gerade frisch umgebaut. Deswegen war es in der vergangenen Saison auch geschlossen. Nun aber lockt es mit neuem Becken, einem Drei-Meter Sprungturm, neuen Duschen und sogar einer 50 Meter langen Rutsche. Der Umbau wurde mit 1,7 Millionen Euro von der BBF (Bielefelder Bäder und Freizeiteinrichtungen GmbH) finanziert, hinzu kamen Spenden. Das Dornberger Bad wird wie die meisten anderen Bäder auch hauptsächlich ehrenamtlich gemanagt. Außer dem Bademeister, der von der BBF gestellt wird, kommt alles weitere Personal aus dem Förderverein, der auch beim Umbau mit anpackte.
Brackwede wird zum Naturbad
Dornberg ist wieder offen, dafür bleibt Brackwede geschlossen. Das Traditionsbad mit der in ganz Norddeutschland einmaligen 100 Meter Bahn gehört unwiderruflich der Vergangenheit an, weil die ganze Anlage umgestaltet wird. Das Bad vollzieht gegenwärtig einen Quantensprung, von der Badegelegenheit mit realsozialistischem Charme hin zu einem Naturbad. Die Schwimmfläche wird dann kleiner, doch alles viel natürlicher. Kein Chlor mehr, dafür eine »biologische Wasserreinigungsfläche«. Zur Saison 2009 soll das Bad, das eigentlich eher in Quelle denn in Brackwede liegt, wieder eröffnet werden.
Vom Westen aus gut erreichbar ist auch ein drittes Bad, welches von einem Förderverein betrieben wird: das in Schröttinghausen. Auch dort wurde in den vergangenen Monaten kräftig gewerkelt. Anders als in Dornberg hat hier die BBF die Finanzierung nicht übernommen, der Förderverein musste 300.000 Euro einbringen, ein Großteil der Rücklagen. Die BBF gab nur ein Darlehen über 80.000 Euro. Mehrere tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit waren nötig, um die Kosten niedrig zu halten. Die Sanierung stand an, weil das Becken und die Rohrleitungen marode waren. Das Becken ist nun mit einer speziellen Kunststofffolie unterlegt, die hoffentlich einige Jahrzehnte hält. Die Betreiber wollen Ende Mai mit den Umbauten fertig sein und dann die Saison eröffnen.
Bliebe noch das Freibad Gadderbaum. Auch dort lässt sich vortrefflich schwimmen. Und auch dort kämpft der Förderverein wacker um die Existenz des Bades. Die BBF hat die eh schon knappen Mittel bis 2009 zugesagt, danach könnte auch dort der Kampf um das Bad aufs Neue beginnen.
Weitere Informationen und Öffnungszeiten aller Bäder: www.bbf-online.de