
In Brackwede hat das erste Naturbad Bielefelds eröffnet. Durch den Bodenfilter schaut Manfred Horn
Nach knapp eineinhalb Jahren Umbauzeit öffnete Ende Mai das Freibad Brackwede wieder seine Pforten. Aus dem Freibad mit 100-Meter Becken und maroden 70er Jahre Bauten ist ein Naturbad geworden. Natürlich an dem Bad ist vor allem sein chlorfreies Beckenwasser. Allergiker und empfindliche Menschen werden sich freuen: Auch sie haben nun ein Freibad in Bielefeld.
Rund drei Millionen Euro kostete der Umbau des Bades durch die Bielefelder Bäder und Freizeit GmbH (BBF). 100.000 Euro gab der Förderverein des Bades dazu, der die Anlage seit 17 Jahren betreibt. Das Geld kam unter anderem durch einen Sponsorenlauf aller Brackweder Schulen zusammen.
Der Rasen hat die gleiche grüne Farbe wie zuvor, sonst aber ist alles neu: Das Nichtschwimmerbecken ist von Holzstegen und Sandstrand eingefasst. Die 50 Meter lange Rutsche dürfte vor allem Jugendliche interessieren. Daneben liegt das 50-Meter Schwimmbecken samt Sprungturm aus Holzstämmen. Strandkörbe laden zum Verweilen ein. Verteilt auf die große Anlage mit altem Baumbestand finden sich noch ein Kinder-Planschbecken mit Felsen, ein Volleyballfeld und Spielplätze und eine neue Gastronomie mit 110 Plätzen.
Das Herz des Bades schlägt am Rand der Liegefläche: Ein großer Erdhügel, aus dem in kleinen Fontänen Wasser spritzt. Pumpen befördern das Beckenwasser zu dem Hügel. Dort sickert es durch zehn verschiedene Bodenzonen vor allem aus Kalksandstein und fließt dann gereinigt in die Schwimmbecken zurück. Das biologische System ist allerdings wärmeanfällig: Bei mehr als 24 Grad Wassertemperatur funktioniert es nicht mehr. »Dann müssen wir kühles Wasser aus der Lutter einspeisen«, erklärt Peter Rausch, Vorsitzender des Fördervereins Naturbad Brackwede.
2,5 Millionen Liter verteilen sich in den Becken. Bleibt die Wassertemperatur niedrig genug, läuft die ökologische Säuberung in einer endlosen Schleife. »Sechsmal am Tag wird das Wasser gereinigt«, sagt Peter Rausch, »ersetzen müssen wir nur die sechs Kubikmeter Wasser, die in den Becken verdunsten und von den Besuchern verschleppt werden«.
Beim Start in Brackwede arbeitete das Filtersystem des Unternehmens Ecoplant, das bundesweit bereits vier solcher Naturbäder konzipiert hat, problemlos: Am ersten Wochenende nach der Eröffnung mit 7.000 Besuchern blieb das Wasser klar, auch nahe des Sprungturms war der vier Meter tiefe Grund zu sehen.
Nun hofft der Förderverein, der auch künftig mit finanzieller und personeller Unterstützung durch die BBF das Bad betreibt, auf einen guten Sommer. Denn das ist bei einem Naturbad genauso wie bei einem herkömmlichen Freibad: Fällt die Sonne aus, bleiben die Becken leer.
Info:
Das Naturbad findet sich am Ortseingang von Quelle. Es ist
im Sommer geöffnet montags bis freitags, 12 bis 19 Uhr, samstags, sonn- und
feiertags von 10 bis 19 Uhr, in den Sommerferien täglich von 10 bis 19 Uhr. Bei
schlechtem Wetter von 16 bis 19 Uhr. Erwachsene zahlen 3,80 Euro, Kinder,
Schüler, Studierende 2,20 Euro. www.freibad-brackwede.de