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Ratsmehrheit für Ortsumgehung Ummeln (30.07.2003)



Bei der letzten regulären Sitzung vor der Sommerpause am vergangenen Donnerstag nahm der Rat »die Ergebnisse der Einwohnerinformations-Versammlung zur B 61n, Ortsumgehung Ummeln zur Kenntnis«. Außerdem empfahl er dem Landesbetrieb Straßenbau die Variante 3.1 den weiteren Planungen zu Grunde zu legen.



In Anlehnung an einen Beschluss der Bezirksvertretung Brackwede sprach sich der Rat zudem dafür aus den Spielraum, der sich durch durch die Grobtrassierung ergebe, dazu zu nutzen, dass die Trasse Wohngebiete weiträumiger umgeht. Außerdem sollen Lärmschutzwände auch da, wo sie nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, die Belastung für die Anwohner reduzieren.

Punkt 5 der Beschlussvorlage zeigt eines der Probleme der geplanten Ortsumgehung. In ihm heißt es, dass bei der weiteren Planung zu überprüfen sei, »ob die Aufrechterhaltung des Trinkwasserverbandes Kralheide sichergestellt werden kann«. Der verfügt über einen eigenen Brunnen, muss das Wasser nicht von den Stadtwerken kaufen. Die geplante Ortsumgehung gefährdet nun die Trinkwassergewinnung.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sprach sich gegen die Planungen aus. Die Straße sei keine Ortsumgehung sondern ein Autobahnzubringer zur A33, erklärte Rainer Hahn, Fraktionssprecher im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss. Die prognostizierte Reduktion des Verkehrs im Ummelner Ortskern um fünfzig Prozent werde durch die Sogwirkung der neuen Straße wieder kompensiert.

Godehard Franzen wies die grüne Ratsfraktion darauf hin, dass ihre Parteikollegen in Düsseldorf die Entscheidung des Landes mitgetragen hätten, den Neubau in den »vordringlichen Bedarf« des Bundesverkehrswegeplanes einzustufen. Die Straße sei nötig um Gütersloh besser an das Oberzentrum Bielefeld anzubinden. Zwar habe sich im Linienbestimmungsverfahren gezeigt, dass alle Trassen problematisch seien. Aufgrund der vielen Staus auf der B61 sei der Straßenneubau jedoch unerlässlich.

So sieht das auch die CDU: »Wir halten die Situation in Ummeln für desolat«, erklärte Ralf Nettelstroth, warum seine Partei für die Straße eintritt. Etwa fünfzig Gegner der B61n zeigten dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden dafür die rote Karte.