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Studierendenparlament rügt Senat (28.01.2004)



In seiner Sitzung am 22. Januar beschloss das Studierendenparlament (Stupa) der Universität Bielefeld mit großer Mehrheit eine Rüge an den Senat. Der Grund ist, dass der Senat entgegen der Tagesordnung den Rahmenplan zur Gleichstellung von Männern und Frauen auf der Sitzung am 21. Januar nicht verabschiedete. »Dass dies nicht möglich war, zeugt auch von der Geringschätzung, die vor allem einige der ausschließlich männlichen professoralen Mitglieder des Senats dem Thema Gleichstellung entgegenbringen«, so die Studierendenvertreter in der Resolution.

Die Begründung für die Verschiebung des Tagesordnungspunktes auf die nächste Senatssitzung, man könne sich mit dem Plan nicht inhaltlich auseinandersetzen, nennt das Studierendenparlament »absurd und vorgeschoben«. Man sei darüber empört, dass die Mehrheit der Senatsmitglieder offenbar völlig unvorbereitet für diesen TOP auf der Senatssitzung erschienen sei. Zudem war zur Behandlung des TOPs nur noch die Hälfte der Professoren anwesend. Die Studierendenvertreter fordern, den Rahmenplan umgehend zu beraten und zu verabschieden. Dies ist jetzt für die Sitzung am 4. Februar geplant, bei dem auch die Stellungnahme der Universität zum Hochschulkonzept 2010 beschlossen werden soll.

Der Rahmenplan gibt die Linie vor, nach der die Fakultäten die Gleichstellung von Männern und Frauen voran bringen sollen. Von der sind die deutschen Hochschulen noch weit entfernt: So waren im Jahr 2002 nur knapp 15 Prozent der Professuren in Bielefeld mit Frauen besetzt, seit 1992 hat sich die Quote damit aber immerhin verdoppelt. Unter den Studierenden stellen Frauen allerdings ebenso die Mehrheit wie beim nicht-wissenschaftlichen Personal.

In der Sitzung am Donnerstag beschloss das Studierendenparlament außerdem eine Änderung der Wahlordnung. Durch eine Angleichung der Fristen an die der Senatswahlen sollen in Zukunft beide Gremien an einem Termin gewählt werden. Die Studierendenvertreter hoffen, damit für eine höhere Wahlbeteiligung sorgen zu können. In den vergangenen Jahren lag diese unter 10 Prozent. Als Wahltermin wurde die Woche vom 21. – 25. Juni festgelegt.