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Taubenschlag (10.03.2004)




Für die einen niedliche Tierchen, für die anderen die Ratten der Lüfte. Fest steht jedenfalls, dass sich die Tauben falsche Eier unterjubeln lassen, auf denen sie dann erfolglos herumbrüten





Ende des vergangenen Jahres wurde an der Jöllenbecker Straße der erste von der Stadt geförderte Taubenschlag errichtet. Mit dem Projekt ›Taubenschlag‹, das schon in 15 weiteren deutschen Städten umgesetzt worden ist, soll die Stadttaubenpopulation reguliert werden. Vorausgegangen war eine längere Diskussion, wie mit den zahlreichen Stadttauben in Bielefeld umzugehen sei. Dabei stand auch ein Fütterungsverbot zur Debatte. Die Fütterung hätte dann eine bußgeldpflichtige Ordnungswidrigkeit dargestellt. Stattdessen entschied sich der Rat für die Variante Taubenschlag.

Das Konzept zielt darauf ab, Stadttauben an Taubenschläge oder -häuser zu binden. Dort werden sie artgerecht und kontrolliert gefüttert. Es werden Nistmöglichkeiten geschaffen und Gelege durch Eierattrappen ausgetauscht. Dies ermöglicht eine ideale Geburtenkontrolle und eine bis zu achtzigprozentige Kotreduzierung in der Öffentlichkeit, da die Tauben den Großteil des Tages in den Schlägen verbringen und ihre Exkremente dort absetzen.

Die Idee wird in Zusammenarbeit mit Vertretern der Vereine ›Brieftaubenreisevereinigung Bielefeld‹, ›Bundesverband Menschen für Tierrechte‹, ›Stadtverband der Geflügelzüchter‹ und ›Tierschutzverein Bielefeld‹ umgesetzt. Der einzige kontrollierte Taubenschlag befindet sich zur Zeit an der Jöllenbecker Straße nahe der Unterführung des Ostwestfalen-Damms. Rechtsdezernent Rainer Ludwig appelliert: »Bitte die Tauben nicht zusätzlich füttern. Darüber hinaus melden Sie uns bitte Nist- und Ruheplätze in diesem Gebiet«.

Tierfreunde, die regelmäßig oder sporadisch in dem Gebiet rund um den Taubenschlag Tauben gefüttert haben, eine Zone von Innenstadt bis Bielefelder Westen, werden vom Rechtsdezernenten eindringlichst geben, dies zu unterlassen. Die Bindung der Tauben an den Schlag werd durch externe Fütterung erschwert und in manchen Fällen sogar verhindert. Die Stadt versichert, dass die Tauben im Schlag ausreichend artgerechtes Futter erhalten. »Es braucht einige Monate, bis die Stadttauben in den Schlag übersiedeln«, erklärt Ludwig, "Bislang haben viele Tauben ihn schon als Futterstelle angenommen. Die weitere Entwicklung hängt also entscheidend vom verantwortungsvollen Handeln der Bielefelder ab«. Unter dem Ostwestfalen-Damm bei der Jöllenbecker-Straße ist es jedenfalls schon taubenfreier geworden.


Taubenfreunde, die in dem genannten Bereich bislang Futter ausbringen, können sich beim Tierschutzverein melden (Ansprechpartnerin: Lilo Thenhausen, Tel. 05 21 - 76 36 22 ), der sie gern bei der Fütterung im Schlag einbindet. Mitteilungen über Nist- und Ruheplätze mögen bitte beim Veterinäramt erfolgen (Ansprechpartner: Dr. Hans-Helmut Jostmeyer, Tel. 05 21 - 51 66 49)