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Demonstration vor Abschiebelager (18.08.2004)



Am Samstag, 21. August findet vor dem Abschiebelager Bramsche-Hesepe die bundesweite Auftaktdemonstration der sogenannten Anti-Lagertour statt.

Das Abschiebelager in Bramsche-Hesepe liegt im westlichen Niedersachsen im Landkreis Osnbrück. Dort müssen 550 Menschen unfreiwillig leben. Das Lager befindet sich abgelegen von der einheimischen Bevölkerung, zu der ein Kontakt kaum möglich ist. So gehen die 50 Kinder, die in dem Lager untergebracht sind, in eine eigens eingerichete Lagerschule.

Die Initiatoren der Demonstration bemängeln auch die schlechte medizinische Versorgung. Die oftmals durch Folter und Krieg stark traumatisierten Flüchtlinge erhielten in der Regel keine psychologische Betreuung, andere Facharztbesuche seien erst nach langen Auseinandersetzungen möglich.

Bei der Verpflegung werde kaum Rücksicht auf kulturelle Vorlieben beziehungsweise Abneigungen genommen. Die Unterbringung sei katastrophal, ein 16 Qudratmeter-Zimmer müssen sich bis zu vier Personen oder ganze Familien teilen. Eine Privatsphäre sei somit nicht möglich, heißt es im Demonstrationsaufruf.

Eine Rechtsberatung sehe das Konzept des Lagers ebenfalls nicht vor. Stattdessen gebe es die sogenannte »Rückkehrberatung«. Bei den in Bramsche-Hesepe untergebrachten Flüchtlingen handele es sich aber keineswegs um abgelehnte AsylbewerberInnen, die ausreisepflichtig sind. Fast alle Flüchtlinge haben erst kurz vor der Einweisung in das Lager ihren Asylantrag gestellt. Die Einweisung findet ausschließlich aufgrund der Prognoseaussage des ›Bundesamtes für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge› statt, die aufgrund der Herkunftsländer »keine Perspektive für einen dauerhaften Aufenthalt« erkennt. »Mit dieser Praxis wird selbst der letzte Rest des deutschen Asylrechts ausgehebelt, das immerhin nach seinem Text eine individuelle Prüfung der Asylgründe vorsieht«, heißt es in dem Aufruf zur Demonstration weiter.

Die Demonstration in Bramsche wird von einem Camp vor Ort begleitet, das vom 20. bis 24. August dauert. Es ist wie die Demonstration Teil der ›Anti-Lager-Tour‹ die vom 20. August bis 5. September quer durch die Bundesrepublik führt. Camps und Demonstrationen thematisieren jeweils die Situation Asylsuchender. »Der Hauptschwerpunkt der Thematisierung wird die politisch gewollte Ausgrenzung von Flüchtlingen sein, die ihren Niederschlag insbesondere in der Unterbringung von Flüchtlingen in Sammellagern, Abschiebegefängnissen, Abschiebelagern und Ausreisezentren findet« heißt es in einer Pressemitteilung des Hannoveraner Vereins »Avantil«, der die Tour mitorganisiert.


Die Zugverbindung aus Ostwestfalen-Lippe:

  • Bielefeld Hauptbahnhof ab 10.09 Uhr auf Gleis 3 Ost
  • Herford an 10.20 Uhr
  • Herford ab 10.33 Uhr auf Gleis 1
  • Osnabrück Hauptbahnhof an 11.12 Uhr
  • Osnabrück Hauptbahnhof ab 11.26 Uhr auf Gleis 14
  • Hesepe an 11.46 Uhr

Weitere Informationen zur Demonstration auf der Internetseite www.hiergeblieben.de und unter www.camp-bramsche.de.vu
Informationen zur Lagertour:http://www.nolager.de