Webwecker Bielefeld: eier02

Immer der gleiche Salat mit dem Ei (Teil 2)



Diese Flächenbindung setzt den Größen der Betriebe gewisse Grenzen. In vielen Betrieben kommen die Hennen tatsächlich auf die Weide. Doch manche Freilandbetriebe ähneln eher Bodenhaltungsbetrieben, weil sich viele Hühner - bedingt durch die Stallsituation - gar nicht nach draußen trauen.

Auch bei der Freilandhaltung sind besondere Vorkehrungen für einwandfreie hygienische Verhältnisse zu treffen. Zudem müssen die Freiflächen gepflegt und gewechselt werden, um Überdüngung zu vermeiden. Das bedeutet erhöhten Aufwand im Vergleich zu anderen Haltungsformen, was höhere Eierpreise bedeutet.

Bei der ökologischen Legehennenhaltung steht den Tieren mit sechs Quadratmetern je Huhn die größte Auslauffläche zur Verfügung. In der Regel werden die Hennen auch mit ökologisch erzeugten Futtermitteln gefüttert. Für die Erzeuger von Bioeiern ist der Einsatz von Gentechnik im Futter zudem verboten. Auch hier führt der erhöhte Aufwand und die niedrigere Anzahl Tiere pro Fläche zu höheren Eierpreisen.

Sowohl die prinzipiellen Unterschiede der Haltungsformen als auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Erzeugern können die Verbraucher beim Blick auf die Eierpackung bisher nicht ersehen. Doch das ist die Voraussetzung für gezielte Kaufentscheidungen.


Welche Informationen bekommen Verbraucher heute?

Ein Blick auf den Eierkarton liefert auf den ersten Blick eine Fülle von Informationen. Doch vieles davon ist Scheininformation. Hierzu zählt die Güteklasse, da ausschließlich die Güteklasse A in den Einzelhandel kommt. Die Güteklasse B darf nur an Nahrungsmittelhersteller zur Weiterverarbeitung geliefert werden. Bildliche Darstellungen auf der Packung, zum Beispiel von glücklich pickenden Hühnern auf einem Bauernhof, müssen nicht die tatsächliche Haltungsform widerspiegeln und sind daher irreführend.

Mindesthaltbarkeitsdatum und Gewichtsklasse sind weitere Pflichtinformationen. Letztere auch, um den Preis beurteilen zu können, denn Eier der Größe L können zum Beispiel bis zu einem Viertel mehr auf die Waage bringen als die der Größe M. Manche Betriebe sind inzwischen auch dazu übergegangen, das Legedatum mit aufzudrucken. Das soll zusätzliches Vertrauen schaffen, wird aber sowohl von Käfig- und Boden- als auch von Freilandhaltern praktiziert.

Der Herkunftsstempel gibt Menschen mit Internet-Zugang heute die Möglichkeit, auch bei Supermarkteiern im Nachhinein zu sehen, wo diese genau herkommen. Unter www.was-steht-auf-dem-ei.de wird nach Eingabe des Nummerncodes zumindest eine Adresse des Betriebes angezeigt, sofern dieser registriert ist. Bis Ende Herbst 2004 sollen auch Bilder von sämtlichen Betrieben zu sehen sein, hat die mitverantwortliche Organisation KAT e.V. gegenüber foodwatch angekündigt.

Besser wäre natürlich, Bilder der tatsächlichen Verhältnisse des Legebetriebes auf der Verpackung oder im Geschäft zu zeigen. Auch die Größe der Betriebe wäre eine interessante Information.

Wie ist das mit dem Geschmack der Eier?

Ob ein Ei aus Käfig-, Boden- oder Freilandhaltung stammt, ob es bio ist oder nicht, das kann uns unsere Zunge leider nicht verraten. Wie Eier schmecken, hängt unter anderem von der Hühnerrasse, sehr stark vom Futter und vielen weiteren Faktoren ab. Einen eventuellen Fischmehl- oder -öleinsatz beim Futter können trainierte Zungen herausschmecken. Nur steht davon nichts auf der Verpackung. Großen Einfluss hat auch der Verzehrszeitpunkt, also die Zeit, die seit dem Legen der Eier vergangen ist. Gourmets empfehlen häufig, gar nicht einmal die ganz frischen Eier zu essen, da sich das volle Eiaroma erst später entfalte. Aber das ist letztlich Geschmackssache. Wichtig ist auch die Lagerung, da Eier starke Gerüche über die Schale annehmen können.