Webwecker Bielefeld: warnstreiksweiter01

Warnstreiks in der Papierverarbeitung gehen weiter (20.04.2005)



Am 15. April fanden wieder in elf Betrieben mit circa 1.000 Teilnehmern, ganztägige Warnstreiks in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie Ostwestfalens statt.

In der Tarifauseinandersetzung der Papier verarbeitenden Industrie erwartet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) jetzt ein konkretes Entgegenkommen der Arbeitgeber. »Die Beteiligung unserer Kollegen an den ersten Warnstreiks war außerordentlich hoch. Gleichzeitig sind wir bereit, uns inhaltlich zu bewegen«, kündigte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke an.

»Die Forderungen der Arbeitgeber nach betrieblichen Öffnungsklauseln sind wegen der guten wirtschaftlichen Lage der Papierverarbeitung vollkommen unangemessen«, betonte Werneke. ver.di sei bereit, über beschäftigungssichernde Maßnahmen zu verhandeln. Dabei lasse sich auch über weitere Formen der Arbeitsflexibilisierung reden, fügte Werneke an.

ver.di erwarte aber im Gegenzug Signale der Arbeitgeber, auf beschäftigungs- und konjunkturschädliche Maßnahmen wie Arbeitszeitverlängerung oder Öffnungsklauseln zulasten der Einkommen zu verzichten.

Die Beschäftigten der Papier verarbeitenden Industrie hatten in einer ersten Warnstreikwelle Anfang März ihren Forderungen Nachdruck verliehen (WebWecker berichtete). Inzwischen sind die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Schwerpunkt der Warnstreiks in der vergangenen Woche waren Betriebe in NRW und Bayern. In Ostwestfalen kam es zu Warnstreiks unter anderem bei Melitta und Gundlach