Webwecker Bielefeld: suedasien01

Bielefeld unterstützt Wideraufbauprojekt in Südasien (10.01.2005)



Die Stadt und die Region Mullaittivu an der Nordostküste Sri Lankas sind Ziel der von der Stadt Bielefeld übernommenen Spendenpatenschaft. Dies teilte Oberbürgermeister Eberhard David am Donnerstag in einem Pressegespräch mit. Die im Rat vertretenen Fraktionen haben sich einvernehmlich für die Unterstützung der Provinz Mullaittivu ausgesprochen.

Die Provinz Mullaittivu ist im Vergleich mit anderen Orten im Küstenabschnitt besonders stark von der Flutkatastrophe betroffen. Derzeit wird dort von 1.666 Toten, 1.386 Verletzten und 2.750 Vermissten ausgegangen. 34 Dörfer sind komplett vernichtet. Tausende Familien und Einzelpersonen sind in Flüchtlingslagern untergebracht. Zerstört wurden auch die Schule, ein Waisenhaus, die Kirche und die Polizeistation. Ein Krankenhaus existierte auch vor der Flut nicht - die Einwohner mussten in das weit entfernte Krankenhaus von Kilinochchi. Etwa 90 Prozent der Einwohner von Mullaittivu lebten vom Fischfang. Durch die Zerstörung ihrer Boote und Netze existiert jetzt dafür keine Lebensgrundlage mehr.

»Nach den täglichen Medienberichten kann davon ausgegangen werden, dass die Spontanhilfe gut angelaufen ist und greift«, sagt Eberhard David. Jetzt gehe es darum, diese Hilfe mit weiteren mittelfristigen Maßnahmen kontinuierlich und nachhaltig fortzusetzen. David will auch über die Stadtgrenzen hinaus für ein regionales Hilfsprojekt werben.

In Bielefeld und Umgebung leben fast 2.000 tamilische Mitbürgerinnen und Mitbürger. Delucia Xavier (Mitglied im Migrationsrat der Stadt Bielefeld) und Sivasothy Varatharajah (Tamilischer Kultur- und Bildungsverein Bielefeld) haben als Kooperationspartner der Stadt bereits Kontakte zu Menschen und Organisationen aus dem betroffenen Gebiet geknüpft (siehe WebWecker-Interview).Sie berichten: »Es hat auch schon Gespräche mit den Rebellenführern gegeben, die in diesem Gebiet Einfluss haben. Sie haben zugesichert, die Hilfsmaßnahmen nicht zu behindern, sondern sie zu fördern«.

Als kurzfristige Schritte plant David eine Kontaktaufnahme mit dem Bürgermeister von Mullaittivu oder dem für die Region zuständigen Parlamentsmitglied. Außerdem will er einen Eilbrief an Außenminister Joschka Fischer senden und ihn bitten, bei seinem anstehenden Staatsbesuch in Sri Lanka auf Regierungsebene für die Unterstützung der Bielefelder Spendenpatenschaft zu werben. Gemeinsam mit der Welthungerhilfe und anderen vor Ort tätigen Hilfsorganisationen soll gewährleistet werden, dass die Spendengelder auch direkt den Opfern als Hilfe zur Selbsthilfe zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Geschäftsführer der Stiftung der Welthungerhilfe, dem ehemaligen Bielefelder Oberstadtdirektor Volker Hausmann, hat David bereits gesprochen und sich über die Unterstützungsmöglichkeiten informiert.

Ein Beirat, in dem sämtliche relevanten Gruppen vertreten sein sollen, wird entscheiden, welche konkreten Hilfsprojekte in Angriff genommen werden sollen.


Spenden auf das Konto Nr. 26 bei der Sparkasse Bielefeld (480 501 61) der Stadt Bielefeld, Stichwort »Flutkatastrophe Südasien«, bitte auch Verrechnungsstelle angeben: 4.0100.000810.3

Die Spenden sind steuerlich abzugsfähig: Spenden bis zu einem Betrag in Höhe von 100 Euro werden von den Finanzbehörden durch Vorlage des Zahlungsbeleges oder der Buchungsbestätigung ohne besondere Zuwendungsbestätigung anerkannt. Höhere Summen werden vom städtischen Amt für Finanzen und Beteiligungen bescheinigt.